Unverpacktes Gießen bietet neue Möglichkeiten

„Zero Waste“ ist kein kurzlebiger Trend, sondern eine Bewegung, die mich zum Umdenken angeregt hat. Plastik- und Verpackungsmüll haben in den letzten Jahren ein sagenhaftes Ausmaß angenommen und dadurch das Bewusstsein der Gesellschaft geweckt. Mit dem Konzept „Unverpacktes Gießen“ haben die Gründer Louisa Willner und Jonas Hey einen Trend der Zeit getroffen und setzen damit ein Statement. Wie das Konzept funktioniert und welches Statement auch du setzten kannst, erfährst du hier. 

In der Region ist der Store der erste, der ein nahezu plastikfreies Sortiment anbietet. Im Oktober hat der zunächst für 1,5 Jahre geplante Pop-Up Store seine Türen geöffnet. Zusammen mit dem bereits bestehenden Laden „Weinraumwohnung“ teilen sich die beiden Gründer in der Johannette-Lein Gasse 24 die Räumlichkeiten. Nur unweit des wohl bekannten „Gutburgerlich“ lädt das neue Konzept zum Entdecken und Verweilen ein. Lässiger Industriestil und kultige Möbel geben dem Konzept ein besonderes Flair. 

Zugegebenermaßen, Zero Waste scheint zunächst unmöglich, wenn man sich die klassischen Supermärkte anschaut: Äpfel gibt es im 2kg Plastikbeutel, Waschmittel in Kanistern und Schokoriegel einzeln verpackt. Selbst die einfachsten Nahrungsmittel wie Reis, Nüsse oder Kaffee kommen ohne Plastik kaum aus. Und der Wahnsinn kennt keine Grenzen: Bananen werden geschält, um sie dann wieder in Plastikfolie einzuwickeln und in der Frischetheke zum Verkauf anzubieten. Verpackungen scheinen in unserem Alltag zum Standard geworden zu sein und sind solch ein fester Bestandteil, dass wir deren Notwendigkeit kaum hinterfragen.

Wie oft hast du in letzten Zeit deinen Müllkonsum in Frage gestellt, wenn dein Plastikmüll wieder einmal binnen kürzester Zeit randvoll war? 

Stell dir diese Frage bewusst und überlege, was du hättest vermeiden können. Somit kannst du zukünftig viel gezielter einkaufen und unnötige Verpackungen meiden. Aus eigener Erfahrung weiß Gründerin Louisa, dass eine schrittweise Umstellung am besten ist, denn ein vollends verpackungsfreier Lebensstil kann zunächst frustrierend sein.

Letztlich ist Organisation das A und O. Im Voraus planen und ein WECK Glas oder eine Box, sowie Stoffbeutel sind immer hilfreich. Statt des To-Go-Bechers (Schreibweise sollte im gesamten Blog einheitlich sein, müssen wir uns mal überlegen)kann so der geliebte Kaffee einfach ins Glas abgefüllt werden oder übrig gebliebenes Essen im Restaurant eingepackt werden. Besonders ein Stoffbeutel passt fast in jede Tasche und reduziert den überflüssigen Tütenkauf bei einem spontanen Einkauf. Setze auch du ein Statement, denn jede kleine Umstellung ist ein Weg in die richtige Richtung. Die Umstellung bedarf lediglich Zeit und den Willen etwas zu verändern zu wollen.

Zwar kann der Unverpackt-Laden längst nicht die gleiche Masse an Produkten wie ein herkömmlicher Supermarkt bieten, doch langfristig ist ein Vollsortiment das Ziel.Die Gründer werden sich allerdings, nicht auf z.B. drei verschiedene Zuckerhersteller, sondern eher auf ein aus allen gängigen Produkten bestehendes Programm konzentrieren.

Bisher bietet das Sortiment allerhand an (um nur einen kleinen Einblick zu geben): Nudeln, Eier, Brot, Schokolade, getrocknete Früchte, Waschpulver, sowie Tee und Kaffee. Nahezu alles Bio. Alternative Verpackungen wie Wachstücher, um Lebensmittel frisch zu halten, hübsche Glasflaschen oder schicke Edelstahlboxen bieten eine Möglichkeit Verpackungen zu umgehen. Letzteres ist übrigens eine coole Geschenkidee.

Auch Hygieneartikel kommen nicht zu kurz. Neben Haarseife, Rasierern und festem Shampoo gibt es wiederverwendbare, waschbare Wattepads und Zahnbürsten aus Bambus.

Oder wusstest du beispielsweise, dass es Zahnputztabletten gibt, wodurch du keinerlei Plastiktuben mehr verwenden musst?

Und so funktioniert das Einkaufen:

  1. Bring dein eigenes Gefäß mit und lass es wiegen. Sofern du keine eigenen Behälter dabei hast, kannst du auch vor Ort welche erwerben oder ausleihen
  2. Befüllen die Gefäße nach Belieben
  3. Jetzt wird erneut gewogen, das Leergewicht abgezogen und der Preis kalkuliert.

Ein kinderleichtes Konzept, das ein Statement in Gießen setzt. Einen kleinen Beitrag zur Reduzierung von Plastikmüll kann jeder leisten. In welchem Umfang und mit welchem Aufwand ist jedem selbst überlassen. Der Beitrag kann dabei unterschiedlich sein. Man kann klein anfangen und versuchen seinen eigenen Plastikmüll zu reduzieren, indem man einfach keine Plastiktüten mehr kauft und versucht das Obst nicht unbedingt in Plastiktüten zu kaufen.

Falls du dich näher informieren willst, kannst du gerne die Website unter www.unverpacktes-giessen.de oder den Instagram Account https://www.instagram.com/unverpacktes_giessen/ besuchen.

Julia Mehrfach