Wie schlimm ist BWL wirklich?

Dieser Beitrag wendet sich an alle Schulabsolventen aber auch Studiengangwechsler, die vor der entscheidenden Frage stehen – tue ich mir wirklich BWL an?

Betriebswirtschaftslehre – kurz BWL – ist das typische „Ich weiß noch nicht was ich machen will – Fach“. Das stimmt zum Großteil schon, weil BWL nun einmal in unzählig viele Richtungen geht. Wenn ich anfange würde euch das alles aufzuzählen, würde dieser Beitrag nur aus potenziellen Berufen mit einem BWL-Abschluss bestehen.

Ich werde euch nun meine Erfahrungen aus meinem BWL Studium an einer Hochschule, spezieller gesagt an der THM mit Standort Gießen, niederlegen. Natürlich ist das von jedem eine Ansichtssache, allerdings kann man viele Aspekte verallgemeinern.

BWL besteht nur aus Mathe.

Das ist glaube ich der weit verbreitetste Aspekt über ein BWL Studium – ein aus Mathe bestehendes Studium. Jein, das stimmt so nicht. Zum Teil ist BWL vergleichbar mit mehr Mathefächern gefüllt als vielleicht ein Soziologie oder ein Jura Studium. Aber du musst für ein BWL Studium wirklich kein Mathegenie sein. Wenn du grundlegende Gleichungen mit einer Variable auflösen kannst und weißt, dass Punkt vor Strich kommt – dann hast du nichts zu befürchten.

Ein reines „Auswendig-Lernstudium“

Ich glaube in jedem Studiengang wird es Fächer geben, bei denen man mehr oder weniger auswendig lernen muss. Allerdings heißt das noch lange nicht, dass BWL nur aus solchen Fächern besteht. Um den obigen Aspekt von Mathe nochmal aufzugreifen, ihr werdet durch diese Mathefächer nicht so viel auswendig lernen müssen – dort geht es eher ums Verstehen und ums Üben. Glaubt mir, ein Lerntag in der Klausurenphase an dem man sich mit Mathe beschäftigt, geht zehnmal schneller herum, als ein reiner auswendig Lerntag/Auswendiglern-Tag.

BWL ist wie Schule – von jedem ein bisschen. 

Das stimmt irgendwo. In BWL habt ihr sehr viele Pflichtmodule, die ihr im Laufe des Semesters besuchen und bestehen müsst. Da wird euch das ein oder andere Modul nicht so ganz gefallen, beziehungsweise ansprechen. Allerdings sage ich aus meiner Erfahrung, ich hatte in dem Studium noch kein absolutes „Hassmodul“.

„Von jedem ein bisschen“ – das stimmt, ihr kriegt in einem BWL – Studium wirklich unzählige Einblicke in die unterschiedlichsten Bereiche. Am Anfang erschlägt euch das vielleicht, aber im Nachhinein werdet ihr feststellen, dass es gar nicht so schlimm ist. Ihr fangt an die Konzepte in Unternehmen zu verstehen und die Zusammenhänge zwischen euren Modulen zu erkennen. Und das ist das Ziel von BWL – euch das grundlegende Verständnis von Unternehmensabläufen zu vermitteln.

Nachdem ihr unzählige Module gelernt und verstanden habt, könnt ihr euch im 4. Semester eure Schwerpunkte auswählen (Näheres dazu im Blogbeitrag „Schwerpunkte an der THM“) und ab da ist BWL nicht mehr BWL, denn euch macht Uni auf einmal Spaß und ihr fangt an euch mit eurem Modul zu identifizieren.

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig helfen bei eurer Entscheidung. Falls ihr immer noch in einer Zwickmühle steht und euch nicht sicher seid, dann versucht es wenigstens, aufhören kann man immer. 

Jessica Riss